Teleskope
Einiges über Teleskope, Parabolspiegel und deren Schliff
Es gibt drei Teleskopsysteme mit welchen ich mich näher befasst habe oder welche ich immer noch benutze
- Spiegelteleskop nach Newton
- Try-Schiefspiegler nach Anton Kutter
- Yolo-Schiefspiegler
Spiegeltelskop nach Newton
Das Newtonteleskop wurde bereits 1668 von Isaac Newton entwickelt und ist die bekannteste Bauform des Spiegelteleskops.
Wie Eingangs beschrieben habe ich den Spiegel meines Newtonteleskops selber geschliffen und anschliessend auch das Telekop gebaut. Immer noch beobachte ich den Sternenhimmel und die Sonne vorwiegend mit diesem Gerät. Es hat einfach das beste Leistungsverhältnis zu Grösse und Handlichkeit.
Schiefspiegler nach Anton Kutter
Ein befreundeter Amateurastronom und Spiegelschleifer hat der AGO eine ganze Reihe selbst hergestellter Teleskope geschenkt. Aus diesem Fundus habe ich dann seinen Try-Schiefspiegler übernommen. Ein Gerät mit einem Spiegeldurchmesser von 110 mm und einer Brennweite von 2720 mm. Was ein Verhältnis von 1 : 24,7 ergibt.
Ich benutze das Teleskop vorwiegend für die Sonnenbeobachtung
Yolo - Schiefspiegler
Der Yolo wurde in den frühen 1960er Jahren vom US-amerikanischen Maschinenbau-Professor Arthur S. Leonard entworfen und von ihm nach seinem kalifornischen Lieblings-Feriengebiet Yolo County (bei Sacramento) benannt.
Der Yolo ist ein von Amateurastronomen verwendetes astronomisches Fernrohr mit zwei langbrennweitigen Hohlspiegeln, die gegeneinander verkippt sind. Der Strahlengang ist gekreuzt ( siehe Skizze unten). Diese Bauform erlaubt eine Abbildung ohne Abschattungen durch Fangspiegel und Halterung. Es resultiert eine verbesserte Bilddefinition und Kontrastleistung im Vergleich zu herkömmlichen Spiegelteleskopsystemen nach Newton oder Cassegrain.
Durch das Verkippen der Spiegel treten gravierende Abbildungsfehler auf. Es handelt sich dabei um Koma und Astigmatismus. Die Koma wird durch den Kippwinkel des Sekundärspiegels korrigiert. Der Astigmatismus durch einen torisch geschliffenen Sekundärspiegel.
In der Schweiz wurden mehrere Yolo`s mit verschiedenen Durchmessern und Brennweiten gebaut.
Spiegel schleifen
Das Prinzip
Im Grunde eine einfache Geschichte. Im Detail auch nicht viel komplizierter aber dafür eine Frage der Geduld
Man nehme zwei Runde ca. 3 cm dicke Glasscheiben (Zerodur) mit einem Durchmesser von 150 mm. Die eine Scheibe wird auf einer festen Unterlage rutschfest montiert. Darauf gibt man ein bisschen Karborundum der Körnung 120 und einige Tropfen Wasser. Die zweite Scheibe wird auf die Untere gelegt. Mit beiden Händen fasst man die Scheibe und führt eine Vor- und Rückwärtsbewegung mit einem Überhang von ca. einem Drittel Scheibendurchmesser auf beiden Seiten aus. Bei jedem Strich wird die obere Scheibe ein kleines Stück gedreht. Nach ca. 10 Strichen bewegt man sich einen kleinen Schritt in die Gegenrichtung zur Drehrichtung der Scheibe. Mit der Zeit wird die untere Scheibe am Rand abgetragen und die Obere höhlt sich in der Mitte aus. Durch die vielen tausend Striche bildet sich eine regelmässige Hohlfläche. Das Prozedere wird mit immer feinerem Karborundum wiederholt bis die Oberfläche auf einer Pechhaut mit Ceroxyd poliert werden kann.
Wie es genau geht ist in der Schleifanleitung von Hans Rohr beschrieben.